Wie viele Stromunternehmen gibt es?
Derzeit gibt es in Deutschland vier große Verbundunternehmen (E.ON, RWE, EnBW, Vattenfall). Diese haben sich durch horizontale Unternehmenszusammenschlüsse gebildet. Hinzu kommen circa 60 regionale Versorger, 25 größere Stadtwerke, 700 mittlere und kleinere Stadt- und Gemeinde-Werke, 100 kleinere private Lokal-Versorger und 150 Händler und Ökostromanbieter. An einer Vielzahl von Stadtwerken halten die großen Verbundunternehmen Beteiligungen. Außerdem gibt es eine Reihe von Stromanbietern, die Tochterunternehmen der großen vier Energiekonzerne sind.
Neu ist vor allem der Bereich der Ökostromanbieter. Es gibt bundesweit liefernde Ökostromanbieter, unter anderem Naturstrom, Lichtblick, EWS Schönau, Greenpeace Energy. Hinzu kommen regionale Ökostromanbieter. Und auch die großen Stromunternehmen bieten Ökostromprodukte an. Bisher ist der Ökostrommarkt mit einem Marktanteil von etwa 1 Prozent eine vergleichsweise kleine Größe auf dem Strommarkt.
Hier finden eine Liste der 900 Stromanbieter in Deutschland
Welche Anteile halten die wichtigsten Unternehmen auf dem Markt?
Die marktbeherrschenden Stromkonzerne und Kraftwerksbetreiber E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW verfügen über einen Anteil von circa 80 Prozent an der Stromerzeugung. Die Menge der gesamten Bruttostromerzeugung (einschl. Einspeisungen) beträgt 635,8 TWh.
Die Übertragungsnetze in Deutschland sind in vier Regelzonen unterteilt. Übertragungsnetzbetreiber sind die Stromkonzerne E.ON, RWE, EnBW, Vattenfall.
Am Stromverkauf haben die vier großen Stromanbieter einen Anteil von circa 50 Prozent. Die restlichen 50 Prozent verteilen sich auf alle anderen am Stromverkauf beteiligten Marktteilnehmer (Stadtwerke, neue Anbieter und andere Energiedienstleister).
Was macht die Strombörse?
Die European Energy Exchange (EEX) ist die größte Energiebörse in Kontinentaleuropa - im Hinblick auf die Zahl der Handelsteilnehmer und das Handelsvolumen. Insgesamt werden an ihr etwa 15 Prozent der Strommenge gehandelt, die in Deutschland verbraucht wird. 85 Prozent werden also über direkte Lieferverträge gehandelt – aber auch hier bestimmt die Börse die Preisentwicklung.
Die Strombörse mit Sitz in Leipzig bietet Spot- und Terminhandel für Strom, CO2, Kohle und Gas an. Im Spotmarkt findet an jedem Wochentag ein kontinuierlicher Handel für Strom statt – mit Lieferung am nächsten Tag in Deutschland und Österreich – sowie für Emissionsberechtigungen und Auktionen. Im September 2006 führte die EEX den Intra-Day-Handel ein, der rund um die Uhr stattfindet. Hier handeln die Börsenteilnehmer Stundenlieferungen von Strom bis 75 Minuten vor Beginn der betreffenden Stunde. Am Terminmarkt werden Kontrakte auf Strom, Emissionen und Kohle gehandelt, deren Erfüllung bis zu sechs Jahre in der Zukunft erfolgt. Bertreibergesellschaft der Börse EEX ist die EEX AG mit Sitz in Leipzig.
Der an der Börse ermittelte Preis wird auch in die bilateralen Verträge von Stromhändlern (zum Beispiel Stadtwerke) und Stromerzeugern (zum Beispiel EON) übernommen. In der Vergangenheit wurde der EEX mangelnde Transparenz vorgeworfen. Inzwischen hat die Strombörse mit den Ände-rung der Transparenzregeln reagiert.
www.eex.com/de/
Was macht die Bundesnetzagentur?
Die Bundesnetzagentur ist als Regulierungsbehörde zuständig für die Senkung der Netzentgelte im leitungsgebunden Strom- und Gasmarkt. Sie hat es in den letzten Jahren geschafft, den Anteil der Netzentgelte von rund 40 Prozent auf 31 Prozent des Strompreises zu senken.
Ferner sorgt die Bundesnetzagentur für die Ausgestaltung der Marktspielregeln zwischen den Anbietern (alte Versorger, neue Anbieter, Netzbetrei-ber). Ein Beispiel dafür sind die so genannten „Kunden- und Lieferanten-wechselprozesse Strom und Gas“. www.bundesnetzagentur.de




