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Hintergrundinformationen zu den Strompreisen

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Derzeit setzen sich die Strompreise für Haushaltskunden in der Grundver-sorgung aus folgenden Kostenbestandteilen zusammen (Zahlen gerundet):

  • Übertragungsnetzkosten: circa 30 Prozent
  • Strombezugskosten und Vertrieb: circa 30 Prozent
  • Staatliche Abgaben, Steuern, Umlagen: circa 40 Prozent
    davon Konzessionsabgabe (8,8 Prozent), Zuschlag nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (4 Prozent) und Zuschlag nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (1,4 Prozent), Stromsteuer (10 Pro-zent) und Mehrwertsteuer (19 Prozent).

Der durchschnittliche Gesamtpreis in Deutschland in Cent pro Kilowatt-stunde betrug am 1. April 2007 20,12 Cent.

Wie haben sich die Strompreise seit 2000 entwickelt?

Seit 2000 sind die Strompreise um circa 50 Prozent gestiegen. So beliefen sich die Stromkosten für einen Drei-Personen-Haushalt im Jahr 2000 bei einem jährlichen Verbrauch von 3.500 kWh (ohne Nachttarif-Anteil) auf monatlich 40,66 €. Im April 2007 musste eine Familie hierfür 60,22 € zah-len. Seither sind die Kosten weiter gestiegen.

Der Anteil der staatlich verursachten Belastungen des Strompreises hat sich von 38 Prozent im Jahr 2000 auf lediglich rund 40 Prozent im Jahr 2007 erhöht (Stromsteuer, Erneuerbare-Energien-Gesetz – EEG, Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz – KWKG, Mehrwertsteuererhöhung). Die Strombeschaffungspreise sind in gleichem Zeitraum um fast 100 Prozent von 2,5 auf 5 Cent pro Kilowattstunde gestiegen.

Die Strompreiserhöhung wird auf eine Vielzahl von Ursachen zurückgeführt. Neben gestiegenen Brennstoffkosten nennt die Stromindustrie auch den Anstieg der Gaspreise als Begründung für steigende Endverbraucherpreise. Obwohl der Gasanteil bei der Stromerzeugung nur circa 10 Prozent ausmacht, stellen die Gaskraftwerke meist die sogenannten Grenzkraftwerke dar, die den Großhandelspreis bestimmen. Weitgehend abgeschriebene Kraftwerke, wie zum Beispiel Atomkraftwerke, können wesentlich kostengünstiger produzieren. Wegen des geringen Wettbewerbs auf der Erzeugungsstufe verbleiben die Kostenvorteile in Milliardenhöhe bei den Erzeugungsunternehmen. Einen wesentlichen Anteil hat zudem die Einpreisung von Gewinnen aus dem Verkauf von kostenlos zugeteilten CO2-Emissionszertifikaten. „Windfall profits“ für die Stromerzeuger und höhere Strompreise für die Haushaltskunden sind die Folge. Auch der Wegfall der Strompreiskontrolle in 2007 verursacht Preissteigungen.

Im internationalen, europäischen Vergleich liegen die Strompreise in Deutschland im oberen Drittel. Stromkunden in Deutschland zahlen 30 Prozent mehr als Verbraucher in Großbritannien und sogar doppelt so viel wie in der Schweiz.

Wie hoch sind die Gewinne der Konzerne?

Der durchschnittliche Gewinn pro Kilowattstunde Strom überstieg laut Statistischem Bundesamt 2006 erstmals die Marke von zehn Cent. Allein zwischen 2005 und 2006 stiegen die Erlöse um 7,3 Prozent – seit 2000 bis zum letzten Jahr sogar um 40 Prozent (3,03 Cent). Diese Durchschnittserlöse berücksichtigen keine Mehrwertsteuer, wohl aber Netzentgelte und die Stromsteuer.

 

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