Mein EnPrimus Zugang

  LOGINNAME:
  PASSWORT:
 
Registrieren Passwort vergessen und neu anforden.
Themen Allgemeines
Info zum Stromanbieterwechsel
Informationen zum Stromanbieterwechsel
Newsletter Anmeldung

Ihr Name:
E-Mail:
HTML E-Mails?
Atomausstieg 2021

Wir haben das Jahr 2021. In Deutschland geht das letzte Atomkraftwerk vom Netz.

Werden uns jetzt ohne Atomstrom die Lichter ausgehen? Oder wird Deutschland Vorreiter für einen weltweiten Atomausstieg werden?

Atomausstieg 2021

Zu Beginn der zivilen Nutzung von Kernkraft Mitte der 1950er Jahre war sie gesellschaftlich weitgehend akzeptiert und wurde als sichere, wirtschaftliche und umweltfreundliche Form der Energiegewinnung betrachtet. Das schwere Reaktorunglück 1979 in Harrisburg/USA, bei dem es zu einer partiellen Kernschmele kam, sowie die Katastrophe von Tschernobyl/Ukraine im Jahr 1986, bei der große Mengen von tödlicher Radioaktivität austraten und viele Menschen starben, beendeten den Traum einer sicheren und sauberen Energiegewinnung. In ganz Europa nahmen die Proteste gegen Kernenergie zu - es bildete sich eine starke Opposition.

Im Jahr 2000 beschloss die rot-grüne Regierung den Atomausstieg Deutschlands. Die jetzige schwarz-rote Regierung hat die Vereinbarung in den Koalitionsvertrag übernommen. Damit bliebe es beim Ausstieg. Bis zum Jahr 2010 müssten drei der 17 deutschen Atomkraftwerke vom Netz gehen.

An welchem Tag die einzelnen Atomkraftwerke jeweils abgeschaltet werden, ist nicht festgelegt. Das Atomgesetz regelt den Ausstieg über Reststrommengen. Es gilt die Regel: je älter das Kraftwerk, desto geringer die Reststrommenge. Die ältesten Meiler Obrigheim und Stade sind daher schon abgeschaltet worden. Das jüngste Kraftwerk, Neckarwestheim 2, wird nach Berechnungen 2021 vom Netz gehen. Deutschland wurde lange Zeit als leuchtendes umweltpolitisches Beispiel hervorgehoben. Auch da die Bundesregierung das Kyoto-Protokoll, welches die Reduzierung der Treibhausgase festlegt, ratifi zierte. Beide Entscheidungen schließen sich jedoch noch aus. Deutschland kann zurzeit einfach nicht alle seine Atomkraftwerke abschalten und gleichzeitig die CO 2 -Emission senken.

Robin-Wood-Aktion im Dezember 2007 am AKW Krümmel. Foto: Robin Wood

Ausstieg ist eng mit Forschung verknüpft

Wenn ein Land die Atomkraft ausschalten will, ist es gezwungen, nach alternativen Energiegewinnungsmethoden zu suchen. Die Diskussion über die Zukunft der Atomenergie ist daher eng mit der Forschung nach Erneuerbaren Energien verknüpft. Die am häufi gsten in Betracht gezogenen Alternativen zur Kernenergie sind Wasserkraftwerke, fossile Energie, Sonnenenergie und Energie aus Biomasse. Inwiefern sie die Kernenergie wirklich ersetzen können, ist umstritten.
Die Gründe für den Atomausstieg sind sehr einleuchtend. Die Risiken eines schweren Unfalls und die nach wie vor ungelöste Frage der Entsorgung sind nicht verantwortbar. Obwohl deutsche Atomkraftwerke als die sichersten der Welt gelten, ist ein Gau nie hundertprozentig auszuschließen. Wir wissen nicht, wohin mit dem Atommüll, wir wissen aber, dass er noch sehr lange strahlen wird und wir damit den nächsten Generationen unseren gefährlichen Abfall hinterlassen. Bei kaum einem Thema sind die Experten so eindeutig in Befürworter und Gegner geteilt. In den vergangenen Jahren hat es immer wieder – weltweit, aber auch in Deutschland – gravierende Störfälle in Atomkraftwerken gegeben, die bei ungünstigem Verlauf zu verheerenden Strahlenverseuchungen geführt hätten.

Angst vor terroristischen Anschlägen

Darüber hinaus besteht neben technischen Störfällen auch das Risiko eines terroristischen Anschlags auf ein Atomkraftwerk. In den vergangenen Jahren machte die Kernenergie rund zwölf Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland aus. Wird nur der Strommarkt betrachtet, dann kommt die Kernenergie auf einen Anteil von rund 25 Prozent. Die Atomkraft-Befürworter halten die Risiken für kalkulierbar und betonen die vergleichsweise günstige Herstellung. Kernkraftwerke stoßen zudem weniger CO 2 aus, was wiederum der Umwelt zugute käme.

Bisher sind Erneuerbare Energieträger auch noch nicht in der Lage, die Atomkraft zu ersetzen. Sie wachsen noch nicht einmal so schnell, wie der Energiebedarf in Deutschland steigt. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre Deutschland nach einem Atomausstieg stark abhängig von Auslandslieferungen, um den eigenen Strombedarf zu decken. Kann sich Deutschland angesichts steigender Strompreise, der angestrebten Reduzierung von Treibhausgasen und der unberechenbaren Entwicklungen auf dem Energiemarkt aus der Atomenergie verabschieden – als einzige große Industrienation? Schon werden Pläne für ein Comeback der Atomenergie geschmiedet, vom Ausstieg aus dem Ausstieg ist die Rede. Öl, Gas und Kohle gehen zur Neige. Alle Industrienationen sind gefährlich abhängig. Neuerdings gibt es sie wieder, die Atomkraft-Befürworter wie in den 1950ern. Vor ein paar Jahren wäre dies noch undenkbar gewesen.

Deutschland hat sich mit seiner Atom-Politik weltweit isoliert. Auf dem diesjährigen G-8-Gipfel in Japan geriet Angela Merkel unter Druck. Die USA wollten Deutschland zu einem Atom-Bekenntnis drängen. Unter Bush befürworten die USA den Neubau von 272 Atomkraftwerken weltweit. Trotz der wochenlangen Attacken der Union in letzter Zeit hält die SPD am Atomausstieg fest. Doch auch innerhalb der SPD vermehren sich Gegenstimmen. Alt-Kanzler Helmut Schmidt sieht sogar das Ende des Atomausstiegs voraus. "Ich finde es erstaunlich, dass unter allen großen Industriestaaten der Welt – von den USA bis China, Japan und Russland – die Deutschen die Einzigen sind, die glauben, sie könnten ohne Kernkraft auskommen", sagte er in einem Interview mit der "Zeit". Für ihn liegt es nahe, dass Deutschland einen Teil seiner Energie aus Kernkraft beziehe. Auch der einstige SPD-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement äußerte sich mehrmals für einen Ausstieg aus dem Ausstieg. Anfang Juli hatte Erhard Eppler (SPD) längere Laufzeiten der Atomkraftwerke in Deutschland nicht mehr ausgeschlossen und damit eine heftige Diskussion ausgelöst. Seinem Vorschlag, den Atomausstieg dafür aber im Grundgesetz zu verankern, hat die Bundeskanzlerin allerdings eine eindeutige Absage erteilt. "Die Frage der jeweiligen Energieversorgung sei kein Gegenstand des Grundgesetzes", sagte die Kanzlerin. Die Union will die Laufzeit für Kernkraftwerke in jedem Fall verlängern, aber auf den Bau neuer Kraftwerke verzichten. Sie beruft sich auf steigende Energiekosten und fordert eine Änderung des Gesetzes.
Verlängerung der Atomlaufzeit? 

Übersicht der Atomkraftwerke in der EU

 

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterZurück zur Startseite für Strompreisvergleich und Stromwechsel.