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Offshore Windkraftanlage Alpha Ventus

Multibrid M5000


Die Dimensionen sind außergewöhnlich: Die Nabenhöhe der Windräder liegt bei 85m über dem Meeresspiegel. Den Rotor mit eingerechnet, ist eine Anlage rund 143 Meter hoch, beinahe so hoch wie der Kölner Dom. Dazu kommen noch einmal 30m unter Wasser bis zu Meeresboden - 143 - 85 - 30.

Die sechs Multibrid M5000 werden mit einem "Tripod" (Dreifuß) als Gründungstruktur auf dem Meeresgrund verankert. Die Wassertiefe beträgt an dieser Position rund 30 Meter. Um die dreieckige Standfläche eines Tripod von 255m2 zu umspannen, benötigt man 56 Männer. Die Stahlmasse einer Anlage entspricht mit rund 1.000 Tonnen dem Gewicht von 200 ausgewachsenen Elefanten oder 22 Eisenbahn-Waggons. Der Rotor fängt den Wind auf einer Fläche ein, die rund anderthalb mal so groß ist wie ein Fußballfeld. Bei maximaler Drehgeschwindigkeit des Rotors schneiden die Blattspitzen der Multibrid M5000 WEA mit beinahe 320 Kilometern pro Stunde durch die Luft.

Technische Daten Multibrid M5000

  • Rotordurchmesser: 116 m
  • Nabenhöhe: 85 m
  • Nennleistung: 5 MW
  • Drehzahl: 5,9 - 14,8 U/min
  • Wirkungsgrad: 95 %
  • Einschaltwindgeschwindigkeit: 3,5 m/s (= Windstärke 3)
  • Nennwindgeschwindigkeit: 12,5 m/s (= Windstärke 6)
  • Ausschaltwindgeschwindigkeit: 25 m/s (= Windstärke 10)
  • Blattspitzengeschwindigkeit: ca. 90 m/s (= ca. 320 km/h)
  • Lebensdauer: 20 Jahre
  • Gondelmasse ohne Rotor und Nabe: 200 t
  • Gondelmasse mit Rotor und Nabe: 309 t
  • Stahlmasse Tripod, Turm, Gondel: 1000 t

Kraftwerksanschluss auf hoher See

 

Das Umspannwerk ist das Herzstück des Windkraftwerks: Hier laufen die Stromkabel der 12 Windenergieanlagen zusammen und von hier führt das 16cm dicke Stromkabel über Norderney aufs Festland ins allgemeine (Verbund)Stromnetz. Mit einer Andockstation für Schiffe, dem Helikopterdeck, der Werkstatt und der Unterkunft ist die Plattform auch der logistische Mittelpunkt des Windparks.

Die Plattform erstreckt sich über drei Decks: Das Heli-Deck liegt 30m über dem Meeresspiegel, auf 25m Höhe liegt das Hauptdeck mit den elektrotechnischen Anlagen, auf 21m Höhe das Kabeldeck mit Kabelanschluss und den Räumen für die Montage- und Service-Techniker. Die Decks sind auf einer Stahlkonstruktion angebracht, die insgesamt ca. 45m hoch ist. Anders als bei den Multibrid M5000 kommt kein Tripod, sondern ein "Jacket" als Gründung zum Einsatz – eine Gittermastkonstruktion, die den Strommasten auf dem Festland gleicht. Der Gittermast wird wiederum mit vier Pfählen bis zu 35m tief in den Meeresboden "festgenagelt". Am Gittermast befindet sich auf Seehöhe eine Andockstelle für Schiffe mit Übersteigmöglichkeit für Personen (ein so genanntes Boatlandingsystem). Die Erreichbarkeit per Hubschrauber ist jedoch höher als die per Schiff und wird bei etwa 60 Prozent der Tage pro Jahr erwartet.

Verkabelung
Das Umspannwerk liegt an der südöstlichen Ecke des Parks. Die Stromleitungen von jeweils sechs Windrädern werden als Kabelring zusammengefasst und per 30-kV Seekabel zur Plattform geführt. Dort wird der Strom auf 110-kV hochgespannt und als Drehstrom über ein 60 Kilometer langes Seekabel über Norderney zum Festland geführt. Das 16cm dicke Kabel hat einen kupfernen Leitungskern von etwa 10 Zentimeter Durchmesser und ist überdies mit Lichtwellenleitern (z.B. Glasfasern) zur Datenübertragung durchzogen.

Technische Daten Umspannwerk

  • 30m: Höhe Helikopterdeck: 30 m
  • 25m: Hauptdeck mit Leittechnik/Schaltanlage/Sternpunktbildner, Feuerlöschanlage/GS- und NS-Anlage, MVAr-Drossel/GIS Schaltanlage, Kran
  • 21m: Kabeldeck mit Werkstatt, Geräteraum, Aufenthaltsraum, Dieseltanks, Notstromaggregat, Kabeltisch, Ölauffangwanne, Rettungsinsel
  • Kabel und Hauptdeck: 110/30 KV Transformator 75 MVA (AREVA)
  • Stahlmasse Gittermast: ca. 700t
  • Gründungspfähle: Länge 35m, Durchmesser 2,7m, Gewicht 100t
  • Position: N 54°00', E 6°37.40'

Das zweitgrößte deutsche Schutzgebiet

Nationalpark Wattenmeer - Der Bau des Windparks - vor allem die Arbeiten an der Gründung und die Verlegung der Seekabel - stellt einen Eingriff in die Meeresumwelt dar. alpha ventus liegt außerhalb des Nationalparks Wattenmeer in einer naturschutzfachlich unbedenklichen Meeresumgebung. Das durch den Nationalpark verlaufende Seekabel wird unter hohen Umweltauflagen außerhalb der Brut- und Rastperiode der Seevögel verlegt.

Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer hat großen Einfluss auf die Lage der Anlage sowie die Trasse des Seekabels, welches Windräder und Trafoplattform mit dem Festland verbindet.  So verläuft die Netzanbindung zunächst in einem "Knick" über die Insel Norderney, um dem knapp 2777 Quadratkilometer großen Nationalpark auszuweichen, der sich von den Stränden und Dünen vor den Deichen der niedersächsischen Nordseeküste bis zu einer Linie seeseits der Ostfriesischen Inseln beziehungsweise der Platen und Sandbänke an der Wesermündung erstreckt.

Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist das zweitgrößte deutsche Schutzgebiet und seit 1986 geschützt. Seine Gesamtfläche teilt sich auf in 49 Prozent Wattfläche, 44 Prozent permanente Wasserfläche sowie 7 Prozent, die durch Landflächen, also Inseln und Küstenabschnitte gebildet werden