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Ungenaue Stromzähler

Kostenfalle Stromzähler

Ungenauigkeiten beim Verbrauch in Privathaushalten

Berlin (ots) - Energiesparlampe, Öko-Kühlschrank, Zeitschaltuhren:
Die Deutschen lassen sich immer mehr einfallen, um auf die steigenden
Strompreise zu reagieren. Dabei könnte das "teuerste Problem" in den
Stromzählern liegen, die zwar in den Haushalten montiert sind, aber
dem Stromanbieter gehören.

Bereits zum zweiten Mal hat "AKTE 08" bei Stichproben im gesamten
Bundesgebiet festgestellt, dass zahlreiche Stromzähler nicht den
tatsächlichen Stromverbrauch angeben. In allen Fällen stellte der
Stromzähler den Verbrauch immer zu Ungunsten des Kunden dar. Nach dem
ersten Fernsehbeitrag in der Sendung vom 1. Juli 2008 hatten sich
zahlreiche Zuschauer bei "AKTE 08" mit dem Verdacht gemeldet, dass
auch ihr Stromzähler nicht korrekt misst.

Die erneuten Überprüfungen führte der gerichtlich zugelassene
Gutachter Günther Wünsch (55) aus Leichlingen durch. Dabei stellte er
fest, dass von ihm stichprobenartig ausgemachte Zähler in
Privathaushalten den Energieverbrauch bis zu 50 Prozent höher
angaben, als tatsächlich Strom verbraucht wurde. Inzwischen schätzt
der Experte, dass "40 bis 50 Prozent der alten Zähler nicht mehr
genau laufen
". Im Regelfall zum Nachteil des Kunden. "Das ist ein
extrem schlechtes Ergebnis für die Verbraucher", so Wünsch.

Ein Beispiel: Bei Familie B. aus Trendelburg bei Kassel ist der
bei der Überprüfung gemessene Zählerstand um 49 Prozent höher als der
tatsächliche Stromverbrauch. Michael B. gegenüber "AKTE 08": "Wegen
des hohen Verbrauchs haben wir schon geglaubt, dass unsere
elektrischen Geräte defekt sind." Die Familie ist empört, dass sie
wegen des ungenauen Stromzählers Hunderte Euro pro Jahr zu viel
bezahlt hat.


Um den eigenen Stromzähler zu testen, sollte man sich ein Strommessgerät anschaffen, das im Handel (z.B. Baumarkt) für etwa 20 Euro zu haben ist. Zuhause trennt man zunächst alle Elektrogeräte vom Netz und stellt alle Schalter aus. Danach notiert man sich den genauen Stand des Stromzählers. Hinterher schließt man das Strommessgerät beispielsweise an die Waschmaschine an und lässt diese laufen. Wenn das Waschmaschinenprogramm beendet ist, wird der verbrauchte Strom auf dem Messgerät angezeigt. Wird der neue Zählerstand vom zuvor notierten Wert abgezogen, sollte sich der gleiche Verbrauchswert ergeben.

Stimmen die Werte des Stromverbrauchs nicht miteinander überein, sollte dieser Test mehrmals wiederholt werden. Zeigt sich jedesmal eine Abweichung, sollte man seinen Stromanbieter oder das örtliche Eichamt informieren. Stellt sich heraus, dass der Zähler tatsächlich nicht korrekt arbeitet, kommt der Betreiber des Zählers für die Kontrollkosten auf.