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Geldsparen durch eigenes Kraftwerk

Stromerzeugung im eigenen Keller

Bei erneuerbaren Energiequellen denkt man an Sonnenkollektoren oder an die riesigen Windkraftanlagen, die heute schon zu vielen Landschaften gehören. Doch es gibt auch Energiequellen, die auf den ersten Blick gar nicht so alternativ wirken, unserer Umwelt aber trotzdem enorm nutzen können.

Rund drei Viertel unseres gesamten Energieverbrauchs im Haus werden fürs Heizen verwandt. Hier lässt sich am schnellsten etwas für die Umwelt tun lässt - neben sparsamem Verbrauch vor allem durch intelligente Energienutzung. Zum Beispiel sind Mini-Blockheizkraftwerke, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten, der ökologische Ersatz für den herkömmlichen Brenner im Heizungskeller

 

Mini-Block-Heiz-Kraftwerk
Prinzip eines Mini-Block-heizkraftwerkes. Der Motor (u.r.) treibt einen Generator (u.l.) an. Die Abwärme beider Geräte wird zum Heizen verwandt. Der Generator Erzeugt dabei Strom, der in das öffentliche Netz eingespeist werden kann.

Die Brennstoffe werden in einem äußerst robusten Motor verbrannt. Dessen Kühlwasser und heiße Abgase dienen zum Heizen und zur Warmwassererzeugung. Gleichzeitig treibt er einen Generator an, der Strom erzeugt. Anders als bei Automobilen sind die Motoren wartungsarme Dauerläufer mit extrem langer Haltbarkeit. Um zu verhindern, dass die Wärme im Heizungskreislauf über das An- und Abgeschalten geregelt wird, sieht man normalerweise einen sogenannten Wärmespeicher vor. Dies ist ein extrem gut isolierter Wasserkessel, dessen Inhalt nicht nur Heizenergie vorhält, sondern auch zur Warmwassererzeugung dient.

 

 

 

 

  

Die Umwelt schonen und dabei Geld sparen

Wenn beim Heizen auch Strom entsteht, hat dies gleich mehrere Vorteile. Zunächst einmal profitiert die Umwelt. Normalerweise erzeugen wir die im Haus benötigte Wärme in einem Heizkessel und beziehen unseren Strom ausschließlich vom örtlichen Stromversorger. Dies ist nicht gerade optimal.

Zwar nutzen moderne Heizanlagen, vor allem Brennwertkessel, die eingesetzte Energie extrem gut aus. Doch egal, wie sparsam diese Heizung auch ist, wir brauchen ja immer noch Strom. Und der kommt meist aus Großkraftwerken auf der grünen Wiese, die wiederum absolute Energieverschwender sind. Da der Strom weitab der Verbraucher hergestellt wird, kann die entstehende Wärme nicht genutzt werden. In riesigen Türmen wird zum Kühlen der Abgase derartig viel Wasser verdampft, dass die Kraftwerke zum Beispiel im Kölner Raum Dutzende Kilometer weit zu sehen sind. Nach dem Transport über die Hochspannungsleitungen erreicht dann nur noch etwa ein Drittel der ursprünglich in den Brennstoffen enthaltenen Energie die Haushalte in Form elektrischen Stroms. Da vorwiegend Dampf erzeugt wird, müsste man solche Kraftwerke eigentlich Wolkenfabriken nennen. Auf jeden Fall ist dies eine ungeheure Verschwendung.

Gerade hier liegt der große Umwelt-Vorteil eines Minikraftwerkes im Keller. Hier wird ebenfalls Strom erzeugt, nur wird nahezu die gesamte Abwärme zum Heizen des Hauses genutzt. Es liegt auf der Hand, dass der Wirkungsgrad, die Nutzung der Energie, erheblich höher ist. Dadurch entstehen viel weniger Schadstoffe. Bei gleicher Energiemenge z.B. nur noch rund die Hälfte des Treibhausgases Kohlendioxid! Da wundert es nicht, dass der Gesetzgeber seit Januar 2002 diese umweltfreundliche Heizmethode fördert.

  

Strom erzeugen, preiswerter heizen

CO2 Sparen durch Minikraftwerk
Gegenüber Strom aus der Steckdose und der herkömmlichen Heizung erzeugt ein Minikraftwerk nur rund die Hälfte des Treibhausgases CO2

Für die Stromanbieter ist die Stromproduktion in Großkraftwerken am lukrativsten. Sie wehrten sich daher lange gegen die Abnahme von in Kleinkraftwerken erzeugten Strom. Erst die ökologisch ausgerichtete Gesetzgebung der letzten Jahre ebnete den Weg für solch intelligente Möglichkeiten. Das sogenannte
Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz vom Januar 2002 bietet erstmals die Grundlage für eine angemessene Honorierung des in Kleinkraftwerken erzeugten Stroms. Seither sind die Stromunternehmen dazu verpflichtet, den in diesen kleinen Anlagen erzeugten Strom abzukaufen. Dies muss nicht beantragt, sondern nur noch angemeldet werden. So verringern sich die Energiekosten, da zusätzliche Einkünfte erzielt werden.

 

 

Bei allen nötigen Formalitäten beraten und begleiten Sie die Vertreiber der Anlagen, denn denen ist ja an zufriedenen Kunden gelegen. Bestehen Sie auf Formschreiben und ähnlichen Serviceleistungen.

Ein einfacher Kostenvergleich

Kostenersparnis durch eigenes Mini-Kraftwerk
Ein Minikraftwerk verbraucht im Jahr Gas im Wert von ca. 3700 €. Durch Mineralölsteuererstattung, Zuschüsse und Einnahmen betragen die Heizkosten aber nur 1030 €, gegenüber 2700 € bei einer normalen Gasheizung.

Wie lässt sich mit einem Minikraftwerk Geld sparen?
Wir haben dies für ein 8 Familienhaus grob überschlagen. Grundlage der Berechnung waren 3 Personen je Haushalt und die üblichen Verbrauchsmengen an Heizenergie, in diesem Fall Erdgas.

Würde ein solches Haus mit einem herkömmlichen Heizkessel beheizt, entstünden pro Jahr ca. 2700 Euro an Kosten für das Erdgas. Das Minikraftwerk verbraucht dagegen deutlich mehr Gas, um die gleiche Wärmemenge in der Zentralheizung zu schaffen. Dies liegt daran, dass für die Stromerzeugung Energie verbraucht wird, die zunächst nicht fürs Heizen zur Verfügung steht. Im Jahr wird Gas im Wert von ca. 3700 Euro verbraucht. Auf den ersten Blick entstehen also nicht weniger, sondern um 1000 Euro höhere Heizkosten.

 


Im Minikraftwerk ist allerdings im Gegensatz zur normalen Heizung der Brennstoff von der Mineralölsteuer befreit. Das Geld, in unserem Beispiel rund 480 Euro, zahlt das Finanzamt am Ende des Jahres auf Antrag zurück. Nun kommt der selbsterzeugte Strom ins Spiel.

Nach dem seit Januar existierenden Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz gibt es für jede erzeugte Kilowattstunde Strom, die ins Netz fließt, einen Zuschuss von 5,11 Cent. Dieser Zuschuss für Neuanlagen, auf den Sie 10 Jahre Anrecht haben, wird Ihnen vom Unternehmen ausgezahlt, das Ihren Strom abnimmt. Ähnlich wie bei der Vergütung für Solarstrom handelt es sich hier um eine Umlage, die von allen Stromkunden in Deutschland finanziert wird. In unserem Beispiel macht dies nochmals rund 1440 Euro pro Jahr aus.

Hinzu kommt, dass die Stromanbieter auch verpflichtet sind, für den Strom als Ware zu bezahlen. Dieser Preis ist im Prinzip Verhandlungssache, in der Realität müssen Sie wohl den Preis akzeptieren, der Ihnen geboten wird. Im Kölner Umland kann diese Vergütung zwischen 1,6 und 2,65 Cent pro KWh schwanken, je nachdem welches Unternehmen gerade das örtliche Netz betreibt. Im Kölner Stadtgebiet, bei der Rheinenergie GEW sind das erfreulicherweise 2,65 Cent. Das ist das zwar auch noch knauserig, aber immerhin nicht ganz so wie die RWE ein paar Kilometer weiter im Nachbarort. Im Jahr kommen so nochmals rund 750 Euro an Einkünften zusammen.

Insgesamt bleiben also von ursprünglich 3700 Euro Heizkosten nur noch 1030 Euro übrig. In diesem Beispiel rund 1670 Euro weniger als bei der normalen Gasheizung.

Noch mehr ließe sich sparen, wenn der Strom gleich selbst im Haus verbraucht würde. Dann bekäme man zwar keine Zuschüsse, aber man spart sich für die selbst verbrauchte Strommenge den teuren Zukauf vom Stromwerk. Leider ist eine solche Installation bei Altbauten oder bei zu geringem Verbrauch nicht immer möglich. Da bleibt nur der Verkauf an die Stromanbieter, die hierfür mitunter nur einen Bruchteil von dem zahlen, was große Stromerzeuger ihrerseits berechnen.

Für jedes Haus ein Kraftwerk?

Bei einer derart großen Einsparung lassen sich auch die recht hohen Anschaffungskosten verkraften. Gegenüber einem vergleichbaren Heizkessel kostet ein Minikraftwerk mehr als das Doppelte. Trotzdem kann sich diese Mehrausgabe bei vielen Objekten schon in wenigen Jahren auszahlen. Hierfür gilt der einfache Grundsatz: Je länger die Anlage pro Jahr läuft, desto rentabler ist sie. Denn nur solange Wärme benötigt wird, "verdient" der Generator Geld.

In kleineren Eigenheimen stößt ein Minikraftwerk da schnell an Grenzen, hier sind die Laufzeiten pro Jahr so gering, dass eine normale Heizung wirtschaftlicher ist.

Ökostrom für jedermann

Um ökologisch hergestellten Strom nutzen zu können, muss man nicht unbedingt ein eigenes Kraftwerk betreiben. Inzwischen gibt es einige Stromanbieter, die durchaus überlegenswerte Angebote bereit halten. Im Prinzip gibt es zwei Modelle: Im sogenannten Aufpreismodell bleiben Sie Kunde bei Ihrem bisherigen Stromlieferanten und zahlen einen geringen Aufschlag pro Kilowattstunde verbrauchten Stroms. Der Ökostromanbieter verpflichtet sich im Gegenzug, Ökostrom in gleicher Menge ins Netz einzuspeisen. Die zweite Möglichkeit ist, den Stromlieferanten komplett zu wechseln.

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