Deutschland kann den kompletten Energiebedarf aus erneuerbaren Energien decken
Nach dreizehn enttäuschenden internationalen Klimakonferenzen sollte unser Land endlich seine eigenen Möglichkeiten nutzen. Eine Verbilligung der Erneuerbaren Energien ist auch ohne internationale Verhandlungen möglich!! 15 Prozent der deutschen Stromversorgung stammen bereits aus Erneuerbaren Energien. Dieser Strom ist keineswegs so teuer, wie vielfach behauptet wird, im Gegenteil. Seit zwei Jahren dämpft Strom aus Windenergie den Strompreisanstieg in Deutschland. Und Solarstrom wird laufend billiger, von 1,03 Euro/kWh im Jahr 1996 bis auf 0,47 Euro/kWh heute. Dagegen steigen die fossilen Brennstoffe im Preis.
In wenigen Jahren könnte Strom aus Erneuerbaren Energien bereits billiger sein als Strom aus Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken. Dazu braucht man keine internationalen Konferenzen, und die Entwicklung kann sogar noch beschleunigt werden: Genehmigungs- und Installationszeiten sind nicht das Problem. Der Engpass liegt bei den Produktionsanlagen, z.B. für Solarsilizium oder Solarzellen oder für große Windanlagen. Diesen Engpass gilt es zu erweitern. Die Tatsache, dass die intensive Nachfrage aus Deutschland schon jetzt den Aufbau von Produktionskapazitäten für Solar- und Windanlagen auch in China und Indien vorantreibt, belegt die globale Wirksamkeit unserer nationalen Strategie.
Eine sinnvollere "Entwicklungshilfe" ist kaum denkbar.
Was also ist bei uns noch zu tun? Die Nachfrage muss weiter erhöht werden! Administrative Beschränkungen bei der Windenergie im Binnenland müssen beseitigt, die Einspeisevergütungen für Solar- und Windstrom im Binnenland müssen wieder erhöht werden.
Angst vor den Kosten? Eine Vorreiterrolle bei Zukunftstechniken lohnt sich immer - auch in nationaler Sicht! Hat etwa Henry Ford in den USA bei der Einführung der Fließbandproduktion darauf gewartet, dass in Deutschland das Automobil in die Massenproduktion kam?
Heutzutage noch neue Kohlekraftwerke zu errichten, wäre eine grandiose volkswirtschaftliche Fehlinvestition. Das Ziel muss ausdrücklich lauten: „100 Prozent Erneuerbare Energien so rasch wie möglich“.
Und wenn die Sonne nicht scheint?
Das größte Potential an Erneuerbaren Energien haben in Deutschland die Wind- und die Solarenergie. Beide ergänzen sich häufig, stehen aber nicht gleichmäßig zur Verfügung. Die Frage, was tun wir, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, scheint berechtigt.
Diese anspruchsvolle Aufgabe lässt sich durch marktwirtschaftliche Anreize lösen: Der Strompreis muss für die Endkunden zu jeder Zeit angebots- und nachfrageabhängig werden. Dann lohnt es sich, in folgende Strukturänderungen zu investieren:
1. Bisher war es üblich, dass Wasserkraft aus Talsperren, Biomasse und Geothermie gleichmäßig rund um die Uhr Strom erzeugen. Viele dieser Kraftwerke können so umgerüstet werden, dass sie genau dann - und nur dann - besonders viel Strom erzeugen, wenn Sonne und Wind zu wenig Leistung bringen.
2. Millionen privater Stromspeicher werden gebaut. Wenn Strom billig zu haben ist, wird er gespeichert, wenn er teuer ist, wird er gewinnbringend wieder ins Netz eingespeist.
3. Der Verbrauch von Strom wird, soweit das ohne Komfortverlust möglich ist, an das Angebot angepasst. Hier nur ein Beispiel: Millionen von Auto-Antriebsbatterien können vermehrt zu Zeiten des Stromüberangebots mit billigem Wind- oder Solarstrom aufgeladen werden.
Treibstoff
Und damit wären wir bei der zweiten Herausforderung. Auch der Straßenverkehr mit seinem hohen Erdölverbrauch kann auf Erneuerbare Energien umgestellt werden, wenn es erst genügend Strom aus Sonne und Wind gibt. Hier bietet sich der Elektroantrieb - z.B. mit aufladbaren Batterien - an, denn der größte Teil der Erneuerbaren Energien steht unmittelbar in elektrischer Form zur Verfügung. Das ist sogar ein Vorteil, denn die Wirkungsgradkette Strom - Batterie - Elektromotor einschließlich Rückgewinnung von Bremsenergie ist günstiger als die Wirkungsgradkette Erdöl - Dieselkraftstoff - Verbrennungsmotor.
Wärme
Durch konsequente Wärmedämmung kann im Altbaubestand der Wärmebedarf um mindestens 50% verringert werden und bei Neubauten um mehr als 90%. Dann kommen Tiefengeothermie, Erdwärmepumpen, solarthermische Ganzjahresspeicher, und wärmegeführter Kraftwärmekopplung mit Biogas in Frage
Wir müssen handeln
Die Enquetekommission "Nachhaltige Energieversorgung unter den Bedingungen der Globalisierung und der Liberalisierung" des 14. Deutschen Bundestages hat die Möglichkeit eines vollständigen Umstieges auf Erneuerbare Energien eingehend beschrieben.
Die Technik ist nicht das Problem, sondern die Information der Bevölkerung und die Stärkung des politischen Willens! Unsere Politiker brauchen den Anstoß und die Zustimmung aus der Gesellschaft zur nationalen Vorreiterrolle
Was können Sie persönlich tun?
- Am wichtigsten ist es, dass Sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Gespräch auf die Möglichkeit der 100% aus heimischen Erneuerbaren Energien bringen. Verweisen Sie auf den oben genannten Endbericht der Enquetekommission und treten sie dafür ein, dass die Politiker den theoretischen Überlegungen endlich Taten folgen lassen.
- Beteiligen Sie sich an Protesten gegen neue Kohle- oder Gaskraftwerke.
- Verteilen Sie unseren 100% - Flyer: bei öffentlichen Veranstaltungen, in Briefen an Ihre Freunde, in Arztpraxen, als Beilage in Zeitungen.
- Organisieren Sie Vorträge über 100% Erneuerbare Energien, z.B. mit Referenten des SFV
- Schreiben Sie Leserbriefe. Auf unserer Internetseite finden Sie Zahlen und Fakten.
- Hängen Sie Transparente mit der Aufschrift "100% Erneuerbare Energien gegen den Klimawandel" im Stadtgebiet auf.
- Verschenken Sie T-Shirts, Mousepads, Aufkleber mit dem Aufdruck „100% Erneuerbare Energien gegen den Klimawandel“.
- Bauen Sie alleine oder gemeinsam mit Freunden, im Sportverein oder in der Kirchengemeinde eine Solaranlage. Oder beteiligen Sie sich an einer Windanlage in Ihrer Nähe
Quelle: Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)





